Verwendung von Eichenholz für Fenstern/Türen

Alexander Dohr (Holzhandel):

Verwendung von Eichenschnittholz bei einem Ziegel - Betonneubau auf ca. 650 m Seehöhe für den Fenster und Türenbereich. Möglichst naturbelassenes Holz - vergleichbar mit Wohnbau in Frankreich des ausgehenden Mittelalters.

 

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Antwort der Experten:

Die Kernhölzer der Stiel- und Traubeneiche (Quercus robur, Quercus petraea) sind grundsätzlich für den Fensterbau geeignete Holzarten mit einer hohen natürlichen Dauerhaftigkeit. Die Verwendung von naturbelassenem, also unbehandeltem Eichenholz entspricht nicht den geltenden Normen, da gemäß ÖNORM B 3803 für maßhaltige Bauteile aus Holz (Fenster und Außentüren) Beschichtungen mit einem entsprechenden Feuchteschutz gefordert werden. Die Verwendung eines geeigneten Beschichtungssystems erhöht die Lebensdauer von Holzfenstern bei fachgerechter Instandhaltung.

Unbehandeltes Eichenholz kann für die Fenster eines Objektes geeignet sein, wenn eine Abwitterung und Vergrauung der Holzoberflächen akzeptiert wird. Aufgrund des hohen Extraktstoffgehaltes der Eiche ist jedoch zu beachten, dass durch die Bewitterung Auswaschungen von braunen Holzinhaltstoffen auftreten werden, die angrenzende Bauteile (z.B. verputzte Fassaden) verfärben können. Weiters sind Verbindungsmittel und Beschläge aus Edelstahl oder mit sehr gutem Korrosionsschutz (der bei der Montage nicht verletzt wird) zu empfehlen, da auf unbehandeltem Eichenholz in Kontakt mit Eisen und Feuchtigkeit starke Verfärbungen entstehen und außerdem eine verstärkte Korrosion von Metallteilen auftreten kann.

Auf eine sorgfältige Holzauswahl zur Herstellung von Fensterprofilen aus fehlerfreiem Holz in Rift bis Halbrift ist zu achten. Entscheidend für eine hohe Lebensdauer der Fenster ist zusätzlich die Wahl einer geeigneten Konstruktionsart sowie ein fachgerechter Einbau und Instandhaltung. Wird eine traditionelle Konstruktionsweise, wie z.B. Kastenfenster, verwendet, sind kleine Profildimensionen aus Vollholz gegeben. Bei modernen Fensterkonstruktionen, die meist auch höhere Ansprüche an die Dichtheit, den Schall- und Wärmeschutz erfüllen, werden größere Profildimensionen verwendet, die vorzugsweise aus lamellierten Fensterkanteln hergestellt werden. Bei Holz/Alu-Fenstern sind die Holzprofile vor der direkten Bewitterung geschützt, was für unbehandeltes Eichenholz eine optimale Konstruktionsart darstellt.

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