Rissigkeit von tragenden Bauteilen

Frage:

Wo wird die Rissigkeit bei eingebauten tragenden Bauteilen geregelt?

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Nr.: 441


Antwort der Experten:

Die ÖNORM DIN 4074-1 regelt unter anderem die zulässigen Risse für Kanthölzer je Sortierklasse. 
Bei Kanthölzern der Sortierklasse S10 sind Schwindrisse mit einer projizierten Risstiefe bezogen auf die betreffende Querschnittsbreite bis 1/2 zulässig. Blitzrisse und Ringschäle sind nicht zulässig. Risse mit einer Länge von bis zu einem Viertel der Kantholzlänge, maximal jedoch 1 m werden nicht berücksichtigt.

Für Bretter und Bohlen sind Schwindrisse zulässig, falls diese vorwiegend hochkant eingesetzt werden, dann gelten die Bestimmungen für Kanthölzer.

Für nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke nach ÖNORM 14081-1 ist für die Festigkeitsklasse C18 und höher eine maximale Risslänge von 1/4 der Länge des Holzstücks oder höchstens 1 m Länge, wobei der kleinere Wert maßgebend ist, zulässig.

Bei Brettschichtholz-Bauteilen ohne systembedingte Querzugbeanspruchung können gemäß BS-Holz-Merkblatt der Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. (siehe Link) Schwindrisse bis zu einer Tiefe von 1/6 der Bauteilbreite (je Seite) toleriert werden. Größere Risse sollten von einem Experten begutachtet werden.

Normen:

ÖNORM DIN 4074-1 Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit - Teil 1: Nadelschnittholz
ÖNORM 14081-1 Nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt Teil 1: Allgemeine Anforderungen

Abgelegt unter der Kategorie: Keilgezinktes Bauholz Brettschichtholz

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