Querbelüftung - nicht ausgebautes Dachgeschoß

Frage:

Wie dimensioniert man die Querbelüftung eines Dachraumes, wenn die oberste Geschoßdecke gedämmt wird? Es gibt hierzu keinen konkreten Angaben, sondern meist nur die Aussage: "eine ausreichende Querbelüftung ist zu schaffen". Was ist ausreichend?

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Nr.: 1409


Antwort der Experten:

Für die Berechnung der Belüftung von Spitzböden gibt es keine Regelwerke, bzw. konkreten Kennwerte. Pauschale Festlegungen auf einen bestimmten Lüftungsquerschnitt können nicht gemacht werden, da das Umfeld des Gebäudes bedacht werden muss, z. B. bewirkt lt. Köhnke (2010) bei gleicher Ausführung einer Firstlüftung bei einem Gebäude im Wald einen wesentlich geringeren Luftaustausch als bei einem freistehende Haus. Das Gebäude im Wald wird weniger angeströmt, womit unter Umständen größere Entlüftungsquerschnitte erforderlich werden.

Eine extreme Lüftung kann allerdings auch zu größeren Temperaturschwankungen führen. Diese können bewirken, dass die einzelnen Bauteile in der Nacht stärker abkühlen und die am Tag sich erwärmende Luft an diesen Bauteilen kondensiert. Dies wird lt Köhnke (2005) besonders bei nördlich orientierten Dachflächen beobachtet, da hier eine größere Wärmeabstrahlung in der Nacht vorliegt und eine Rücktrocknung am Tag kaum gegeben ist.

Literatur:

Köhnke, E.U.: Probleme in der Spitze. Der Spitzboden und seine Feuchteprobleme, Artikel aus der Zeitschrift: Holzbau Die Neue Quadriga, Heft 5, 2005

Köhnke, E.U.: Kondensat = Schimmelpilz = Ärger. Wie kommt die Feuchte in den Spitzboden? Artikel aus der Zeitschrift: Holzbau Die Neue Quadriga, Heft 4, 2010

 

 

 

Abgelegt unter der Kategorie: Dach Feuchteschutz

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