Holzrahmen-Bauweise mit Erdreichkontakt

Frage:

Wenn eine Wand in Holzrahmen-Bauweise mit einer Abdichtung (ca. 35 cm hoch) versehen wird, weil sie ca. 20 cm im Erdreich steht, ist dort mit bauphysikalischen Bedenken zu rechnen? Innenseitig dient als luftdichte Schicht eine Multifunktionsplatte (=OSB-Platte).

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Nr.: 1116


Antwort der Experten:

Ja, hier ist mit feuchtebedingten Problemen zu rechnen und diese Ausführung entspricht keinesfalls der Norm.

In den Anforderungen gemäß ÖNORM B 2320 ist unter dem Punkt »Feuchtigkeit aus dem Baugrund" Folgendes festgelegt:

"Holz und Holzwerkstoffe dürfen niemals mit dem Erdreich in Berührung kommen. Wohnhäuser aus Holz sind daher auf geeignete (z.B. gemauerte oder betonierte) Unterbauten zu stellen, so dass unter Berücksichtigung von Geländeform bzw. Lage des Bauplatzes eine Sockelhöhe von 30 cm sicher gestellt ist. Dieses Maß darf dann unterschritten werden, wenn besondere technische Vorkehrungen (z.B. wirksame Drainagen, Abdichtungen, Verblechungen, Dachvorsprünge) zum Schutz des Holzes, speziell jedoch für die tragende Schwellenkonstruktion, getroffen werden. Trotz besonderer Vorkehrungen ist ein Mindestmaß von 10 cm zum fertigen Außenniveau und 5 cm zur wasserführenden Ebenen bei Anbauteilen (z.B. Terrassen, Vorlegestufen) jedenfalls einzuhalten. Die Fußschwelle darf nicht unter dem Außenniveau eingebaut werden."

Gegebenenfalls könnte hier ein Schacht angeordnet werden (siehe Details der Leitdetails-Sockelanschluss).

Konstruktive Lösungsvorschläge (Leitdetails) finden Sie in unserem Bauteilkatalog www.dataholz.eu unter Anwendungen/Technische Broschüren, Literatur bzw. im u. a. Link.

Angeführte Normen:
ÖNORM B 2320:2017 (Wohnhäuser aus Holz - Technische Anforderungen)


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