Brinellhärte

Frage:

Woher bekomme ich Härte-Werte (nach Brinell) der Laubhölzer (Eiche, Buche, Ahorn und Esche)? Wie erfolgt eine individuelle Prüfung eines Holzbodens?

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Nr.: 1219


Antwort der Experten:

In der beigefügten pdf-Datei finden Sie Brinellhärte-Werte nach der ÖNORM B 3012 und einer weiteren Literaturangabe.

Gemäß ÖNORM B 3012 (Holzarten – Kennwerte zu den Benennungen und Kurzzeichen der ÖNORM EN 13556) beziehen sich die mechanisch-technologischen Kennwerte von den Holzarten auf fehlerfrei wachsende Proben und auf eine Holzfeuchte von 12%.

Holz ist ein anisotroper Baustoff, d.h. die Holzeigenschaften (z.B. die Festigkeit) sind richtungsabhängig - dadurch weichen die Härte-Werte (siehe pdf) voneinander ab.

Eine "individuelle" Prüfung des Holzbodens erfolgt nach der ÖNORM EN 1534 (Holzfußböden - Bestimmung des Eindruckwiderstands - Prüfmethode, Ausgabe: 2011). Die Eindruckfestigkeit wird bestimmt, indem ein belasteter Eindringkörper auf die Oberseite des Prüfkörpers aufgebracht wird. Nach der Belastung wird der unbelastete Prüfkörper einer Erholungszeit ausgesetzt und der Durchmesser des Resteindrucks wird verwendet um die Eindruckfestigkeit des Prüfkörpers zu beurteilen.

Eindringkörper: ein kugelförmiger Körper aus gehärtetem Stahl mit einem Kontaktradius von 10 ± 0,01 mm.

Prüfkörper: Die Prüfung erfolgt an Prüfkörpern, die entweder Elemente (z.B. Dielen) oder aus einem Element geschnittene quadratische Prüfstücke sein können, die vorzugsweise eine Seitenlänge von etwa 50 mm haben. Die Eindrücke erfolgen entweder in der Mitte des Prüfkörpers oder über die gesamte Oberfläche des Elementes verteilt werden.

Wenn ein Element aus Massivholz länger als 200 mm ist, können auf diesem Holzstück zwei Eindruckversuche erfolgen. Ist es kleiner, dann kann nur ein Eindruckversuch erfolgen. Der Abstand zwischen dem Eindruckmittelpunkt und der Kante des Prüfköpers oder Astes muss mindestens 20 mm betragen. Ist der Prüfköper weniger als 40 mm breit, muss der Eindruckpunkt auf einer Längsachse liegen. Weiches oder sprödes Material muss vor der Prüfung entfernt werden. Besteht ein Element aus mehreren Bestandteilen (z.B. Fertigparkett) so kann jedes Teil der Eindruckprüfung unterzogen werden.                                                                                                                                  

Insgesamt sind pro Prüfung mindestens 50 Eindruckversuche zu erfolgen. Nach dem Entfernen des Eindringkörpers ist eine Erholzeit von 3 min anzusetzten bis die Durchmesser des Resteindrucks vermessen (2* im Winkel von 90 Grad zueinander) werden.

Literatur:

_ÖNORM B 3012 Holzarten - Kennwerte zu den Benennungen und Kurzzeichen der ÖNORM EN 13556 (Ausgabe: 2003-12-01)

_ÖNORM EN 1534 Holzfußböden ― Bestimmung des Eindruckwiderstands ― Prüfmethode (Ausgabe: 2011-04-01)

_ÖNORM EN 13756 Holzfußbodenbelag – Terminologie (Ausgabe: 2003-04-01)

_Wagenführ/Scheiber, Holzatlas, 1985

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