Bauholz (Dachkonstruktion) für eine Maschinenhalle

Frage:

Welche Mindest-Qualitätskriterien muss ein Bauholz für den Bau einer Maschinenhalle (mit Stahlkonstruktion) erfüllen? Darf das Bauholz (für Dachpfetten und Giebelkonstruktion, 20 x 30 m Gebäudegröße) nass sortiert sein?

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Nr.: 2095


Antwort der Experten:

Zur Verwendung für Bauzwecke muss Vollholz nach einem visuellen oder maschinellen Sortierverfahren gemäß ÖNORM EN 14081-1 festigkeitssortiert sein. Die visuelle Sortierung in Österreich erfolgt weiterhin nach der anerkannten Sortiernorm ÖNORM DIN 4074-1. Unabhängig von der Sortiernorm ist das Bauholz trocken sortiert einzubauen (Holzfeuchte von max. 20 %). 

Gemäß ÖNORM B 2215 (Holzbauarbeiten - Werkvertragsnorm) ist im Punkt "Vollholz" Folgendes geregelt:

  • Es darf nur Vollholz gemäß ÖNORM EN 14081 (alle Teile) verwendet werden.
  • Holz muss seiner Verwendung entsprechend trocken sein
  • Sofern in der Ausschreibung bzw. im Angebot nicht anders bestimmt, ist von sägerauhem Nadelholz der Oberflächenqualität 1 gem. Tabelle 1 der angeführten Norm und der Festigkeitsklasse C24 nach EN 338 zu verwenden (entspricht Sortierklasse S10 gem. ÖNORM DIN 4074-1)
  • Querschnittsabmessungen von tragenden Bauteilen sind, unabhängig von der gewählten Oberfläche, als Fertigmaße, bei einer Ausgleichsfeuchte von 18% anzusehen. Die Grenzabmaße der Maßtoleranzklasse 1 der EN 336 sind einzuhalten.

Die Zuordnung der Sortierklassen nach ÖNORM DIN 4074 zu europäisch harmonisierten Festigkeitsklassen gem. ÖNORM EN 338 (Bauholz für tragende Zwecke - Festigkeitsklassen) erfolgt durch die ÖNORM EN 1912 (Bauholz für tragende Zwecke – Festigkeitsklassen – Zuordnung von visuellen Sortierklassen und Holzarten). Die Sortierklasse S 10 (für Lärche, Tanne, Fichte, Kiefer, Douglasie) ist gem. ÖNORM EN 1912 in die Festigkeitsklasse C24 (charakteristische Biegefestigkeit 24 N/mm²) eingestuft.

Demnach gilt für den tragenden Bereich für Bauholz die Festigkeitsklasse C24 als Standard. Niedrigere bzw. höhere Festigkeitsklassen sind gesondert zu vereinbaren.

Des Weiteren sind gem. ÖNORM B 3802-2:2015 (Holzschutz im Bauwesen - Teil 2: Baulicher Schutz des Holzes) die generellen baulichen Holzschutzmaßnahmen einzuhalten. Dazu zählen u.a.
_Einbau von Vollholz mit einer max. Holzfeuchtigkeit von 20%
_durch angrenzende, nicht tragende Holzbauteile darf aufgrund von hoher Holzfeuchtigkeit keine Gefährdung für tragende und/oder aussteifende Holzbauteile ausgehen.

Zusätzlich zu den generellen baulichen Maßnahmen besteht die Möglichkeit, durch die Umsetzung besonderer baulicher Maßnahmen, eine niedrigere Gebrauchsklasse zu erreichen (eine Dachkonstruktion ist in die Gebrauchsklasse 1 eingestuft, s. ÖNORM B 3802-1:2015, Bild C.1). Jede der folgenden Maßnahmen reicht zur Vermeidung eines Bauschadens durch Insekten, für sich allein aus:

_Einsatz des Holzes in Räumen mit üblichem Wohnklima
_Einsatz von technisch getrocknetem Vollholz, Massivholzprodukten sowie Holzwerkstoffplatten
_Verwendung einer allseitig insektenundurchlässigen Abdeckung
_eine mindestens dreiseitig offene Anordnung des Holzes, sodass das Holz kontrollierbar bleibt


 

 


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