Welche Werkstoffe eignen sich für eine Holzfassade?

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Antwort der Experten:

Holzfassaden können in einer Vielzahl an Variationen zur Ausführung gelangen. Grundsätzlich unterscheidet man Außenverkleidungen aus Vollholz, wie z.B. Bretter oder Profilbretter und plattenförmige Fassadenelemente aus Holzwerkstoffen, wie z.B. Dreischichtplatten. Zusätzlich gibt es Holzprodukte, die sich durch eine spezielle Bearbeitung (z.B. Schindeln) oder eine spezielle Behandlung (z.B. thermische Behandlung oder Imprägnierung) auszeichnen.

Grundsätzlich sind alle heimischen Nadelholzarten wie z.B. Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie sowie die sehr dauerhafte Laubholzarten Robinie und Eiche für den Einsatz als Holzfassade geeignet. Das Kernholz von Lärche, Kiefer, Douglasie und Eiche weist eine höhere natürliche Dauerhaftigkeit als jenes von Fichte und Tanne auf. Bei den Kernhölzern, insbesondere bei Eiche, kann es zu Auswaschungen von Kerninhaltsstoffen kommen, die zu Verfärbungen auf z.B. darunter liegenden Putzfassaden führen können.

Bei Brettern besteht durch die kleine Dimension der Einzelelemente eine große Gestaltungsvielfalt und sie bieten den Vorteil etwaige Beschädigungen durch den Austausch einzelner Bretter mit geringem Aufwand beheben zu können. Unter Beachtung wichtiger Bearbeitungs- und Konstruktionsgrundregeln ist eine langlebige Fassade realisierbar.
Einen wesentlichen Einfluss auf das Erschienungsbild und auf die Dauerhaftigkeit und Beständigkeit der Holzfassade stellt die Holzqualität dar. Deshalb sollten Bretter für Fassaden mindestens der Qualität VEH A/B gemäß den Güterichtlinien für Hobelwaren des Verbandes der Europäischen Hobelindustrie (VEH) entsprechen (siehe Link). Hinsichtlich der Dimensionsstabilität sollten die Bretter eine maximale Breite von 150 mm und eine Dicke von mindestens 19 mm aufweisen. Weiters muss beim Einbau auf eine Holzfeuchtigkeit zwischen 12% und 16% geachtet werden. Im Fassadenbereich ist die Verwendung von Rift- bzw. Halbriftbrettern zu empfehlen. Kommen Fladerbretter zum Einsatz, sollte die markzugewandte Seite (»rechte Seite«) nach außen montiert werden. Dadurch treten geringere Verformungen und Risse auf.

Nicht jede Holzwerkstoffplatte ist für die Außenanwendung geeignet. Durch die Auswahl des richtigen Materiales und den richtigen Einbau lassen sich Mängel von vornherein vermeiden. Die beigefügte Tabelle soll Ihnen dazu Hilfestellung geben.

Thermisch behandelte Bretter und Massivholzplatten, sowie Holz-Kunststoff Verbundwerkstoffe (WPC) eignen sich grundlegend gut als Fassadenwerkstoff, darüber sind zurzeit aber noch keine Langzeituntersuchungen vorhanden.

Werden Farbänderung und Vergrauung des Holzes akzeptiert sind unbeschichtete Fassaden wegen der nicht erforderlichen Oberflächenwartung besonders vorteilhaft. Bei beschichteten Fassaden ist zu beachten, dass bei der Montage die Köpfe der Befestigungsmittel die Beschichtung nicht verletzen, da es sonst zu Feuchteunterwanderungen und Abblätterungen in diesen Bereichen kommen kann. Alternativ ist eine Befestigung von der Rückseite zu empfehlen.

Eine konstruktiv richtige Verarbeitung und somit der konstruktive Holzschutz ist auch beim Einsatz von Hölzern mit hoher natürlicher Dauerhaftigkeit, thermisch behandelten Fassadenwerkstoffen und Werkstoffen mit chemischem Holzschutz in jedem Fall zu beachten.

Ausführliche Informationen finden Sie in der Publikation "Fassaden aus Holz", welche von proHolz Austria in Zusammenenarbeit mit der Holzforschung Austria herausgegeben wurde.


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