Vorgang der Prüfung einbruchhemmender Türen/Fenstern

Frage:

Ich möchte eine einbruchhemmende Tür/ein einbruchhemmendes Fenster anbieten. Wie ist der generelle Ablauf?

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Nr.: 331


Antwort der Experten:

In der ÖNORM B 5338 (Einbruchhemmende Fenster, Türen und zusätzliche Abschlüsse - Allgemeine Festlegungen) werden die Bestandteile einbruchhemmender Elemente definiert und das Zertifizierungsverfahren (= Registrierung) für einbruchhemmende Bauteile (z.B. Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente oder Abschlüsse) beschrieben.

Die Anforderungen und Prüfungen für einbruchhemmende Bauteile sind in den europaweit gültigen Prüf- und Klassifizierungsnormen ÖNORM EN 1627 (Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung - Anforderungen und Klassifizierung), ÖNORM EN 1628 (Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung - Prüfverfahren für die Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter statischer Belastung), ÖNORM EN 1629 (Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung - Prüfverfahren für die Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter dynamischer Belastung), ÖNORM EN 1630 (Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung - Prüfverfahren für die Ermittlung der Widerstandsfähigkeit gegen manuelle Einbruchversuche), geregelt.
In der ÖNORM EN 1627 sind, im Hinblick auf unterschiedliche Gefährdungen und Täterprofile, 6 Widerstandsklassen definiert. Davon abhängig sind die Anforderungen und Prüflasten.

Die Prüfung gliedert sich in 3 Teile:

    • statische Belastung gemäß ÖNORM EN 1628 mit einem Hydraulikzylinder und Messung der Verformungen mit Spaltlehren.
    • dynamische Belastung gemäß ÖNORM EN 1629 mit einem luftgefüllten Zwillingsreifen. Dies soll jene Belastungen simulieren, die durch Vandalismus auftreten können.
    • Zusätzlich ab der Widerstandsklasse 2: manuelle Einbruchversuche gemäß ÖNORM EN 1630 mit genormten Werkzeugsätzen. Dabei versuchen die Prüfer, in einer genau definierten Zeitspanne das einbruchhemmende Bauteil  aufzuhebeln oder zu überwinden.

    Um die Bezeichnung »ÖNORM B 5338 geprüft« führen zu dürfen, sind folgende Schritte notwendig:

    Erstprüfungen gemäß ÖNORM EN 1627-1630
                                       
    positive Erstüberwachung der Produktion durch eine Prüfstelle
                                       
    Abschluss eines Überwachungsvertrages mit der Prüfstelle
                                       
    Laufende Eigen- und Fremdüberwachungen der Produktion
                                       
    Registrierung am Österreichischen Normungsinstitut (Austrian Standards Institute)

    Die Registrierung gemäß ÖNORM B 5338 stellt sicher, dass die einbruchhemmenden Bauteile durch ein unabhängiges Institut geprüft wurden, der Hersteller eine sehr genaue Werkskontrolle durchführt und regelmäßig durch das Prüfinstitut auf die Einhaltung aller Bestimmungen kontrolliert wird.

    Eine Liste der geprüften Produkte finden Sie unter https://certificates.austrian-standards.at/search (im Feld Dokument "5338" eingeben).

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