Thermoholz als Fassadenwerkstoff

Gerhard Henisch (Bauherr):

Ich beabsichtige ein Massivholzhaus ohne Vordach mit einer hinterlüfteten Thermoholzfassade zu errichten. Dazu habe ich folgende Fragen:

Welche Holzart ist in Bezug auf Langlebigkeit und Haltbarkeit empfehlenswert?

Ist die Montage stehend oder liegend, gehobelt oder sägerauh in Bezug auf Haltbarkeit besser? Stimmt es, dass die Thermobehandlung das Holz "pflegeleicht" und die Vergrauung regelmäßiger macht?

 

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Nr.: 1801


Antwort der Experten:

Zu den Haltbarkeiten der Holzarten bei Thermohölzern können keine Angaben gemacht werden, da je nach Holzart, Verfahren und Behandlungsintensität verschiedene Einstufungen (Dauerhaftigkeitsklassen) erzielt werden.

Thermisch behandelte Bretter eignen sich im Allgemeinen gut als Fassadenwerkstoff, zurzeit sind darüber noch keine Langzeituntersuchungen vorhanden. Thermisch behandeltes Holz vergraut ebenso wie unbeschichtetes (natives) Holz, sofern es ohne Oberflächenbehandlung der Bewitterung ausgesetzt wird. Es liegen uns keine Untersuchungen vor, dass thermisch modifiziertes Holz gleichmäßiger als natives Holz vergraut.

Unter "ähnliche Fragen" finden Sie weitere Fragen/Antworten dazu (beispielsweise gehobeltes/sägeraues Holz) bzw. einen Artikel aus dem HFA Magazin 01.2013 »Holzfassaden im Langzeittest«, welcher Ergebnisse einer achtjährigen Untersuchung unterschiedlicher Holzarten und Holzwerkstoffe aufzeigt (darunter auch Thermoholz).

Bzgl. vertikaler oder horizonaler Schalung: Bei richtiger konstruktiver Ausführung weisen beide Varianten eine hohe Nutzungsdauer auf. Die Wahl der Fassadenform/Fassadenart ist vorwiegend eine gestalterische Frage. Beispielsweise ist bzgl. Austauschbarkeit der untersten Bretter (Spritzwasser/Sockelbereich) eine horizonalte Anordnung von Vorteil, bei vertikalen Schalungen z. B. ist der Hirnholzschutz zu beachten, etc.

Trotz der erhöhten Dauerhaftigkeit und Witterungsbeständigkeit, sowie der geringen Rissbildung des thermisch behandelten Holzes ist beim Einsatz im Außenbereich der konstruktive Holzschutz immer zu beachten, s. infoholz-Frage "Konstruktiver Holzschutz".

 

 


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