Schwimmbad - Liegeflächen und Stegflächen aus Lärche (Schieferbildung)

Sebastian Pirnbacher (Behörde):

Wir haben vor drei Jahren ein Schwimmbad mit großflächigen Liegeflächen und Stegzugängen aus Holz gebaut. Eingebaut wurde Sibirische Lärche, die jetzt teilweise eine hohe Schieferbildung aufweist und zu Astausfällen neigt. Seit letztem Jahr haben wir deshalb große Probleme mit Verletzungen.

Meine Frage dazu: Ist heimische, astfreie Lärche besser geeignet oder gibt es andere Empfehlungen? Da es ein sehr gelungenes Naturbad ist, wäre es schön wenn wir natürliche Materialien verwenden könnten.

 

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Antwort der Experten:

Im öffentlichen Bereich ist die Beanspruchung von horizontalen Holzbelägen naturgemäß um ein Vielfaches höher als beispielsweise bei einer privat genutzen Terrasse. Ist - wie in Ihrem Fall - eine Barfußnutzung gewünscht so sind im Zuge der Planung die Möglichkeiten zur Reduktion der Schieferbildung so weit als möglich zu berücksichtigen. Dabei ist anzumerken, dass Riss- und Schieferbildung bei unbehandeltem Holz im Außenbereich ebenso wie die Vergrauung zu den natürlichen Veränderungen des Materials gehören und bei Berücksichtigung der Empfehlungen (s. unten) zwar deutlich reduziert, aber nie ganz ausgeschlossen werden können.

So neigt beispielsweise Lärchenholz in Abhängigkeit von Jahrringlage, Jahrringbreite, Faserneigung und dgl. zu mehr oder weniger starker Schieferbildung, was bei der Ausführung von Bodenbelägen zu berücksichtigen ist. Etwas vermindert werden kann dies bei Brettern mit liegenden Jahrringen (Seitenbrettern) durch die Verlegung der Bretter mit der kernabgewandten („linken“) Brettseite nach oben. Bretter, die mit der kernzugewandten („rechten“) Brettseite nach oben verlegt sind, neigen zum Ablösen der flach angeschnittenen Jahrringe („Flader“) an der Oberfläche und damit zur Schieferbildung.

Eine wesentlich größere Verbesserung hinsichtlich der Schiefereigenschaften erreicht man durch die Verwendung von Rift- und Halbriftbrettern anstelle von Seitenbrettern mit liegenden Jahrringen. Diese Bretter mit den im Querschnitt betrachtet stehenden Jahrringen weisen neben zahlreichen weiteren positiven Eigenschaften eine deutlich geringere Neigung zur Schieferbildung auf. Rift- und Halbriftbretter heben sich durch wesentlich bessere Eigenschaften hinsichtlich Riss- und Schieferbildung, Quell- und Schwindbewegungen, Dimensionsstabilität sowie geringer Neigung zum Verdrehen und Werfen deutlich von Fladerbrettern ab und können daher für gehobene Ansprüche empfohlen werden.

Bzgl. den beiden Lärchenarten Larix decidua und Larix sibirica sehen Sie ID: 940 "Sibirische Lärche/Europäische Lärche" verlinkt und abrufbar unter "Ähnliche Fragen".

Es wird generell empfohlen, die Holzqualität vorab zu vereinbaren. Wird eine besondere Sortierung (z. B. Rift/Halbriftbretter, astfrei, etc.) gewünscht, ist dies schriftlich zu vereinbaren bzw. bereits so auszuschreiben.

Alternativ können auch Holzarten gewählt werden, die weniger stark zu Schieferbildung neigen, wie z.B. Ipé, Teak, Western Red Cedar oder thermisch behandeltes Holz.

Des Weiteren finden Sie auf der Internetseite vom Verband der Europäischen Hobelindustrie Merkblätter/Verlegeempfehlungen für Terrassenbeläge aus europäischer und sibirischer Lärche (s. Link).
Weitere ausführliche Informationen zu Terrassenbelägen finden Sie in der aktuellen Broschüre "Terrassenbeläge aus Holz" (Ausgabe 2013 bzw. überarbeitete Auflage 2014) der Holzforschung Austria.

Abgelegt unter der Kategorie: Hobelwaren Terrassenbeläge Lärche

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