offene Holzfassade / Befestigung / Winddichtung

Frage:

Ich plane eine offene Bretterfassade auf einer Unterkonstruktion von 32 mm Dicke. In welcher ÖNORM sind die entsprechenden Regeln bzgl. Hinterlüftung, Winddichtung, Befestigung, etc. zu finden ?

Meine Fragen dazu:

_Wie dick muss die Hinterlüftung minimal sein?

_Welche Schraubendimension für 24 x 145 mm Rhombusbretter müssen verwendet werden? Die Querfugen sind 10 mm breit, die Kante der Bretter 30 Grad schräg, sodass keine horizontale Durchsicht möglich ist.

_Muss die dahinterliegende hydrophobierte Holzfaserplatte zusätzlich durch eine Winddichtung geschützt werden?

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Nr.: 1972


Antwort der Experten:

Holzfassaden sind normativ nicht geregelt. In einem bereits abgeschlossenen Forschungsprojekt der Holzforschung Austria wurden Holzfassaden detailliert untersucht - ausführliche Informationen sowie Detailausführungen finden Sie in der Publikation "Fassaden aus Holz", herausgegeben von proHolz Austria und der Holzforschung Austria (bestellbar auf der Internetseite von proHolz Austria).

ad Dicke der Hinterlüftung:
Laut ÖNORM B 8110-2 (Wärmeschutz im Hochbau - Teil 2: Wasserdampfdiffusion und Kondensationsschutz) gilt eine Verkleidung als hinterlüftet, wenn der ständig freibleibende Hinterlüftungsspalt zwischen massiver Bauteilschicht bzw. Dämmschicht und Verkleidung mindestens 2 cm beträgt. Für weitere Informationen sehen Sie bitte die bereits beantwortete infoholz.at-Frage "Zuluftöffnungen bei Holzfassade mit offenen Fugen".

Bei der Ausführung einer Rombusschalung mit einem Abstand von ca. 1 cm ist die erforderliche Belüftung gewährleistet und somit keine zusätzliche Zu- und Entlüftung erforderlich.

ad Befestigung:
Für die Befestigung der Leisten können sowohl Nägel als auch Schrauben eingesetzt werden. Bei Nägeln ist die Eindringtiefe in der Unterkonstruktion von 35 mm und bei Schraubverbindungen von 25 mm zu beachten (vgl. Fassaden aus Holz). Der Senkkopf der Schraube solle mit Kreuzschlitz- bzw. Torxantrieb ausgeführt sein. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter folgender Antwort: "Befestigung von Leisten an die Unterkonstruktion".

ad Winddichtung:
Bei einer offenen Rhombusfassade ist eine dahinterliegende diffusionsoffene Fassadenbahn, welche als wasserführende Ebene fungiert und die dahinter liegende Holzfaserdämmstoffplatte schützt, anzubringen. Die Fassadenbahn muss für den Einsatz als UV-stabile Bahn geeignet sein. Beachten Sie hier die Herstellerangaben. 
Auch wenn die Dämmstoffplatten hydrophobiert sind, empfehlen wir diese vor Witterungseinflüssen zu schützen (Thema: Plattenfugen). 


Meine Frage an die Redaktion...

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