Oberflächenbehandlung: Dünnschicht oder Dickschicht?

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Antwort der Experten:

Dünnschicht

Mittelschicht

Dickschicht unter dem Mikroskop (Quelle: alle HFA)

Die Schichtdicke ist ein wesentliches Kriterium bei der Produktauswahl für Beschichtungen auf Holz im Außenbereich und beeinflusst den Feuchteschutz, das Abwitterungsverhalten, die Wartungsintervalle und den Wartungsaufwand von Beschichtungen. Ein geschlossener Anstrichfilm kann auf gehobelten Nadelholzoberflächen erst ab ca. 20 - 30 µm (0,02 – 0,03 mm) Trockenfilmdicke erzeugt werden.

Hinsichtlich der Transparenz von Beschichtungen wird zwischen Lasuren und deckenden Lacken unterschieden. 
Lasuren ergeben halbtransparente Anstrichfilme, durch welche die Holzstruktur farblich erkennbar bleibt. Dunkle Farbtöne sind bei Lasuren in der Regel dauerhafter als helle, da sie einen besseren UV-Schutz bieten. Farblose Beschichtungen werden für Holz im Außenbereich zum derzeitigen Stand der Technik nicht empfohlen. 
Deckende Lacke ergeben einheitlich gefärbte Oberflächen, bei denen die Holzstruktur farblich nicht durchscheint. Sie bieten einen sehr guten UV-Schutz für das Holz und ergeben daher sehr dauerhafte Anstriche. Helle Farbtöne verhalten sich bei deckenden Lacken in der Regel günstiger als dunkle, da sich die Oberflächen bei Sonneneinstrahlung weniger aufheizen.

Nach der Schichtdicke (Trockenfilmdicke) unterscheidet man:

  • Imprägnier- und Dünnschichtlasuren (Schichtdicke 0 - ca. 20 µm)
    Sie bilden keinen geschlossenen Anstrichfilm, sondern dringen teilweise in das Holz ein. Sie bieten einen geringen Feuchtigkeitsschutz, weshalb im Zuge der Bewitterung Risse im Holz entstehen. Sie wittern in der Regel sehr gleichmäßig, allerdings rascher ab, wodurch sich kurze Wartungsintervalle ergeben. Wartung und Renovierung gestalten sich generell einfacher als bei filmbildenden Beschichtungen.
  • Mittelschichtige Lasuren und Lacke (Schichtdicke ca. 20 – 60 µm)
    Sie bilden geschlossene Anstrichfilme, wodurch – abhängig vom Produkt – ein gewisser Feuchteschutz erreicht und die Bildung von Holzrissen reduziert wird. Diese Beschichtungen wittern in der Regel langsamer ab und es sind etwas längere Wartungsintervalle möglich. Im Bereich von mechanischen Verletzungen (z.B. Holzrisse, Äste oder Hagelschläge) kann es jedoch zu Feuchteunterwanderungen der Anstrichfilme kommen. Dies kann die Haftung beeinträchtigen und zu Abblätterungen führen. Bei Lasuren können in diesem Bereich Farbveränderungen entstehen. In diesem Fall ist eine Renovierung erforderlich.
  • Dickschichtige Lasuren und Lacke (Schichtdicke über 60 µm)
    Diese Produkte sind nur für maßhaltige Bauteile aus Holz (Fenster und Außentüren) geeignet. Sie bieten einen sehr guten Feuchteschutz und eine hohe Witterungsbeständigkeit. Es werden damit die längsten Wartungsintervalle für Holzbeschichtungen im Außenbereich erreicht. Bei Verwendung für nicht maßhaltige Bauteile (Fassaden, Balkone, Zäune) besteht das Risiko einer Fäulnisbildung, da bei Rissen, konstruktiven Fugen oder Verletzungen Feuchteansammlungen im Holz entstehen können.

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