Mindesthinterlüftungsquerschnitt bei hinterlüfteten Fassaden

Frage:

Wie ist der Mindesthinterlüftungsquerschnitt bei hinterlüfteten Fassaden (Dicke der Hinterlüftungslattung), sowie die Mindestgröße der Zu- und Abluftöffnungen sowie maximal zulässige Querschnittsreduktionen durch Insektenschutzgitter definiert?

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Nr.: 459


Antwort der Experten:

 Laut ÖNORM B 8110-2 gilt eine Verkleidung als hinterlüftet, wenn der ständig freibleibende Hinterlüftungsspalt zwischen massiver Bauteilschicht bzw. Dämmschicht und Verkleidung mindestens 2 cm beträgt und die freibleibenden Zu- und Abluftquerschnitte jeweils mindestens 150 cm² je Meter Verkleidung betragen. Sofern horizontale Querriegel im Hinterlüftungsspalt erforderlich sind, ist der Zu- und Abluftquerschnitt unterhalb und oberhalb des Querriegels sicherzustellen.

Der Bund Deutscher Zimmermeister gibt in den "Fachregeln des Zimmererhandwerks - Außenwandbekleidungen aus Holz und Holzwerkstoffen" eine Luftschichtdicke von mindestens 2 cm, sowie einen bewährten Traglattungsquerschnitt von ≥ 24/48 mm an.

Für Zu- und Abluftöffnungen empfiehlt die Holzforschung Austria ein Insektenschutzgitter mit einer Maschenweite von mindestens 3 mm und maximal 5 mm. Bei kleineren Maschenweiten kommt es durch Verschmutzung leicht zu einem Verschließen des Gitters und damit der Hinterlüftung, bei größeren Löchern ist das Eindringen von größeren Insekten oder kleineren Tieren bereits möglich.

In einem Forschungsprojekt der Holzforschung Austria zusammen mit der TU Graz zum Thema "Leistungsfähige Holzfassaden" hat sich gezeigt, dass unter definierten Bedingungen auch kleinere Hinterlüftungsquerschnitte oder belüftete Fassaden ausgeführt werden können.

Die Ergebnisse sind in der Publikation "Fassaden aus Holz" der Holzforschung Austria/proHolz Austria nachzulesen.

Angeführte Norm:
ÖNORM B 8110-2:2003 (Wärmeschutz im Hochbau - Teil 2: Wasserdampfdiffusion und Kondensationsschutz)


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