Holz und Holzwerkstoffe für den Saunabau

Frage:

Welche Holz und Holzwerkstoffe können beim Saunabau eingesetzt werden? Welche normativen Anforderungen sind zu beachten?

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Nr.: 1509


Antwort der Experten:

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff - er nimmt in Abhängigkeit von Luftfeuchte und Temperatur Feuchtigkeit auf und gibt diese auch wieder ab. Besonders durch diese wechselnden Bedingungen müssen beim Saunabau folgende Faktoren mitberücksichtigt werden:

_Holzfeuchte (schwankt zwischen 15 % und 1 % während des Betriebes)

_Temperatur (wechselt zwischen Raumtemperatur und an die 100 Grad während des Betriebes)

Holz und Holzwerkstoffe zum Einsatz im Saunabau müssen den Anforderungen der ÖNORM M 6219-1:2010 (Anforderungen an öffentliche und gewerbliche Saunaanlagen, Infrarotkabinen, Dampf- und sonstige Wärmekammern - Teil 1: Planung und Betrieb von Saunas und Saunas in Kombination mit Infrarot-Wärmequellen) entsprechen. Der Abschnitt 6 der genannten Norm regelt das Thema »Werkstoffe«. Die u.a. Informationen basieren auf den Angaben der ÖNORM M 6219-1, wobei nicht alle Anforderungen wiedergegeben werden.

Da es unter den in einer Saunakammer herrschenden Bedingungen hinsichtlich Temperatur, Luftfeuchte, Luftwechsel etc. zu erhöhten Belastungen mit Formaldehyd kommen kann, dürfen in Saunakammern nur Holzarten und Holzlagen-Werkstoffe eingesetzt werden, die einen maximalen Gasanalysewert von 0,4 mg/(m2. h) Formaldehyd gemäß ÖNORM EN 717-2 (abweichend von der ÖNORM geprüft bei 90 °C) aufweisen.

Grundsätzlich können in Decken, Wänden und Türen, Massivholz, formaldehydfrei verklebte Holzlagenwerkstoffe (Sperrholz, Massivholzplatten) und thermisch behandelte Hölzer eingesetzt werden. Geeignete Holzarten sind z. B. Hemlock, nordische bzw. heimische Fichte, Tanne und Kiefer. Die ÖNORM M 6219-1 regelt u.a. auch eine mögliche Furnierverklebung und gibt weitere Spezifikationen für Sperrhölzer und Massivholzplatten (technische Klassen, Mindestdicken etc.) an.

Für Holzlagen-Werkstoffe ist in ÖNORM M 6219 Folgendes geregelt:

_die Befestigung der Paneele muss verdeckt erfolgen

_es dürfen nur Holzlagenwerkstoffe verwendet werden, deren Klebstoffe keinen Formaldehyd abgeben

_die Qualität der Verklebung muss der Beanspruchungsklasse entsprechen.

d.h. für die Qualität der Verklebung muss den Anforderungen an Holzlagen-Werkstoffe zur Verwendung im Feuchtbereich "Sperrholz" (gem. ÖN EN 636) bzw. "Massivholzplatten" gem. ÖN EN 13353) entsprechen.

Die Inneneinrichtung einer Sauna ist aus Massivholz, das auch thermisch behandelt sein darf, auszuführen. Die ÖNORM M 6219-1 nennt beispielhaft Abachi, Linde, Espe (Pappel) als geeignete Holzarten.

Lackierungen und Imprägnierungen im Inneren der Saunakammer sind nicht zulässig.


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