Hackschnitzel- bzw. Pelletsheizungen - CO₂ Freisetzung

Frage:

Ich bin ganz Ihrer Meinung: »Holz ist genial«. Allerdings geht die Kampagne von proHolz Austria hierbei nicht auf Hackschnitzel- bzw. Pelletsheizungen ein. Wie sind diese bezüglich zusätzlicher »CO2 Freisetzung« zu bewerten?

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Nr.: 1717


Antwort der Experten:

Erneuerbarer CO2-Kreislauf aus: Basisdaten 2013 Bioenergie, Herausgeber: Österreichischer Biomasse-Verband

Bei der Verbrennung von Biomasse kann nicht von zusätzlicher Freisetzung gesprochen werden, da jenes CO2 freigesetzt wird, welches die Pflanze während ihres Wachstums aus der Luft gebunden hat.

Verrottet die Biomasse im Wald, wird grundsätzlich die gleiche Menge CO2 freigesetzt wie bei der Verbrennung. Die CO2 Freisetzung beim Verrotten geschieht zwar langsamer, aber in Summe gesehen ist sie gleichrangig wie die Verbrennung zu sehen - bis auf einen sehr geringen Kohlenstoffanteil, der beim Aufbau des Bodens eigelagert werden kann (= biogener CO2-Kreislauf).

Somit ist Biomasseverbrennung im Prinzip »CO2-neutral«.

Pellets/Briketts werden aus Nebenprodukten der Sägeindustrie hergestellt. Sie werden vor Ort in den Werken produziert, meist unter Verwendung von Abwärme, die vor Ort bei der Verbrennung von nicht anders verwertbaren Reststoffen (z. B. Rinde) anfällt. Pellets stellen eine sinnvolle Alternative zu fossilen Energieträgern dar (z. B. heimische Wertschöpfung – Pelletshersteller, österreichische Pelletkesselhersteller, kein Abfluss von Geld in z.T. politisch instabile Länder, etc.), da sie Ölheizungen ersetzen. Bei den lokalen Emissionen haben moderne Biomassefeuerungen sehr gute Werte (in der Regel kein Problem mit Feinstaub etc.).

Hackgut wird in der Regel aus Durchforstungsholz und Schlagabraum produziert. Diese Sortimente werden damit einer sinnvollen Verwertung zugeführt. Dies geschieht überwiegend bei sehr kurzen Transportwegen, weil diese mehrheitlich lokal/regional verwendet werden.

 Im Zuge der Holznutzung wird immer Material anfallen, das energetisch verwertet werden kann. Die stoffliche Nutzung des Holzes steht dabei natürlich an erster Stelle - dennoch gibt es diese Koppelprodukte aus Waldnutzung und Holzverarbeitung. Schlussendlich kann stofflich genutztes Holz am Ende seiner Nutzungsphase energetisch verwertet werden - dies ist unausweichlich, da selbst nach mehrmaligen Recycling-Durchläufen keinerlei biogenes Material auf einer Deponie abgelagert werden darf und somit immer einer Verbrennung zugeführt wird (z. B. Müllverbrennung, Verbrennungsanlage speziell für Altholz, etc.).

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