Grundanforderungen an den Fenstereinbau

Frage:

Wie sind gem. ÖNORM B 5320:2016 die Grundanforderungen an den Fenstereinbau geregelt? Welche Anforderungen werden an den Wandbildner gestellt? Was ist beim Anschluss an der Rauminnenseite bzw. an der Außenseite zu berücksichtigen?

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Nr.: 2064


Antwort der Experten:

In den Grundanforderungen für den Fenstereinbau sind konkrete Anforderungen im Hinblick auf die mechanische Festigkeit, der Schlagregendichtheit, der Luftdurchlässigkeit, des Wärme- und Schallschutzes, der Einbruchhemmung, der Barrierefreiheit eines vollständig Fertiggestellen Fenstereinbaues festgelegt und darüber hinaus auch Anforderungen z. B. an die Bewitterung des Fensteranschlusses währen der Bauphase, oder Anforderungen an Bauteile und Materialien.

Der Wandbilder/tragende Baukörper muss in der Lage sein, die einzuleitenden Lasten abzutragen. Bei der Verwendung von Dichtstoffen, Dichtfolien oder Dichtbändern müssen diese auf der Anschlussfläche (Profilierungen) des Stockprofils und dem Wandbildner applizierbar sein.
Die Oberflächen der angrenzenden Bauteile sind eben, tragfähig, nichtsandend, trocken, rissfrei (Haarrisse bis ≤ 0,2 mm zulässig) und für den Anschluss der Dichtmittel zu planen. Vertiefungen wie Mörtelfugen, Ausbrüche, Kiesnester, Lunker u. dgl. im Wandbildner sind dauerhaft auszugleichen. Erforderlichenfalls ist ein Glattstrich vorzusehen. Dieser muss über die Tiefe des Fensters und diesen beidseitig um mindestens 6 cm überragen und sollte eine Korngröße ≤ 1,5 mm aufweisen. Der Glattstrich kann in der Laibung und/oder an der (außen) Fläche des Wandbildners erforderlich sein.
Bei Wandbildnern/tragenden Baukörpern, mit Hohlräumen im Brüstungs- und Sturzbereich (z. B. Lochziegel) müssen die vorhandenen Lochungen verschlossen sein, um schädliche Konvektion in diesen Bereichen zu vermeiden.

Beim Anschluss an der Rauminnenseite ist die Luftdichte-Ebene (LDE) des Fensters an die LDE der Wand umlaufend anzuschließen. Ist die LDE der Wand zum Zeitpunkt des Fenstereinbaus noch nicht hergestellt, ist ein geeignetes Anschlusssystem zu wählen und an den Wandbildner anzuschließen. Wurde die nachfolgenden Innenverkleidung (Putz u. dgl.) schriftlich bekanntgegeben, ist das Material des Anschlusssystem darauf abzustimmen (z. B. überputzbare Dichtfolie).
Bei einem Fenstertausch (Sanierung) hat der Anschluss zumindest an den Innenputz oder gleichwertiges zu erfolgen.

Beim Anschluss an der Außenseite ist die Schlagregendichte-Ebene (SDE) des Fensters an die SDE der Wand umlaufend anzuschließen. Ist die SDE der Wand und/oder der Terrasse u. dgl. zum Zeitpunkt des Fenstereinbaus noch nicht hergestellt, ist ein geeignetes Anschlusssystem zu wählen und dieses an den Wandbildner anzuschließen. Wurde das nachfolgende Fassadensystem bekanntgegeben, ist das Material des Anschlusssystem darauf abzustimmen (z. B. überputzbare Dichtfolie). Der Anschluss der SDE ersetzt nicht Abdichtungen im Sinne der ÖNORM B 3691 und ÖNORM B 3692 (Flachdach- und Bauwerksabdichtungen). Die Abdichtung, sowie die Übergänge zum Fensteranschluss sind durch das nachfolgende Gewerk auszuführen.
Bei einem Fenstertausch  hat der Anschluss an die Fassade z. B. den Außenputz oder gleichwertiges zu erfolgen. Anschlüsse an Flachdach- oder Bauwerksabdichtungen bzw. an die Fensterbank sind neu herzustellen. 

_Weiterführende Informationen:
Von der Arbeitsgruppe 011.03 des Komitees 011 "Hochbau Allgemeines" und Austrian Standard  wurden weitere Antworten dazu in den FAQs, der Fachinformation 20 (s. Link) zur ÖNORM B 5320:2016 "Einbau von Fenstern und Türen in Wände - Planung und Ausführung des Bau- und des Fenster/Türanschlusses", veröffentlicht.

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