Worauf ist bei Balkon- und Terrassenbelägen aus Holz zu achten?

18.07.2011 | Nr.: 328

Kategorie: Terrassenbeläge, Balkone, Lärche

Antwort

Bei der Holzauswahl ist Wert auf die Holzqualität zu legen. Anforderungen an die Holzqualität für Terrassenbeläge unterliegen keiner Norm, nur bei tragenden Bauteilen, z.B. einem Belag auf einer Balkenkonstruktion in einer Höhe von mehr als 50cm, muss das Holz zumindest der Sortierklasse S10 entsprechen, (siehe untenstehende Tabelle) Brettschichtholz zumindest GL24. Wenn eine bessere Qualität gewünscht wird, muss diese gesondert vereinbart werden. Dafür sollten die Holzmerkmale exakt beschrieben werden.

Bei einem Lattenrost als Belag auf flächigem Untergrund sollte Staunässe durch das Abheben des Lattenrostes vom Untergrund z.B. durch Kunststoffpads vermieden werden. Dies führt zu einer erhöhten Lebensdauer der Traglatten (siehe Bild). Außerdem sollten die Traglatten zur Erleichterung des Abtrocknens mit einer Breite von max. 50 mm ausgeführt werden.

Bei unbehandeltem Holz sind Riss- und Schieferbildung und eine damit verbundene Verletzungsgefahr nie ganz zu vermeiden. So neigt beispielsweise Lärche in Abhängigkeit von Jahrringlage, Jahrringbreite, Faserneigung und dergleichen zu Schieferbildung. Reduziert werden kann dies durch die Verlegung der Bretter mit der kernabgewandten („linken“) Brettseite nach oben, oder noch besser durch die Verwendung von Rift- und Halbriftbrettern (siehe Bilder) anstelle von Seitenbrettern mit liegenden Jahrringen.
Bei Bodenbrettern wird häufig eine Riffelung zur Verringerung der Rutschgefahr bei Nässe angeboten. Allerdings wird bei Nässe in der Praxis das Rutschen in Richtung der Riefen durch den „Schieneneffekt“ eher verstärkt. Aus Sicht des konstruktiven Holzschutzes ist die Riffelung kritisch zu betrachten, da Verunreinigungen und damit verbunden Feuchtigkeit länger in den Riefen gehalten werden. Außerdem entstehen spitze Schiefer, die ein erhöhtes Verletzungsrisiko bergen.

Bezüglich der Abmessungen sollten die Bodenbretter eine maximale Breite von 120 mm nicht überschreiten. Die Dicke ist in Abhängigkeit vom Abstand der Traghölzer zu wählen, sollte aber mindestens 24 mm betragen.

Als Befestigungsmittel sind Schrauben in ausreichender Dimensionierung zu wählen. Staunässe durch zu tief eingedrehte Schrauben ist zu vermeiden. Verbindungsmittel sollten möglichst aus rostfreiem Material sein, zumindest jedoch verzinkt. Bei gerbstoffreichen Kernhölzern wie z.B. Eiche kann es bei Kontakt von Eisen und Wasser zu dunklen Verfärbungen infolge einer chemischen Reaktion kommen und außerdem verkürzt die Korrosion die Funktionsdauer der Verbindungsmittel.

Tabelle: Sortierkriterien für S10 nach ÖNORM DIN 4074-1 (Nadelschnittholz)

Holzmerkmale

S10

Sondersortierung

Einzelast

≤ 1/3 der Breite zulässig

 .....

Astansammlung

≤ 1/2 der Breite zulässig

 .....

Schmalseitenast

≤ 2/3 der Breite zulässig

 .....

Faserneigung

≤ 12% zulässig

 .....

Markröhre

zulässig

 ....

Jahrringbreite

im Durchschnitt ≤ 6 mm zulässig

 .....

Blitzrisse, Ringschäle

nicht zulässig

 .....

Schwindrisse

zulässig

 .....

Baumkante

≤ 1/3 der Breite zulässig

 .....

Krümmung

zulässig

 .....

Bläue

zulässig

 .....

braune und rote Streifen

zulässig

 .....

Insektenfraß

Bohrlochdurchmesser ≤ 2 mm zulässig

 .....

 

Bei Hobelware, für den Einsatz als Belag für Balkone und Terrassen, ist sofern nicht anders vereinbart, die Sortierung VEH AB (siehe VEH Merkblatt zu Lärchenterrassen, gemäß der Sortierrichtlinie des Verbandes der Europäischen Hobelindustrie) als Standard anzusehen. Weiters finden hat der Verband der Eurpäischen Hobelindustrie Verlegempfehlungen für Terrassenbelge herausgegeben (siehe pdf).

Weitere Informationen zu Terrassenbelägen und Holzbalkonen sowie einen ausführlichen Konstruktionskatalog finden Sie in der Broschüre „Balkone und Terrassenbeläge aus Holz“ der Holzforschung Austria.

Unterlegscheibe für den Lattenrost

Brett mit linker Seite oben

Halbriftbrett

Riftbrett (Quelle: alle HFA)