unbehandelter Terrassenbelag (heimisches Holz)

Thomas Forsthuber (Architekt, Planer): Ich bin auf der Suche nach einem geeigneten Holz(-werkstoff) für eine Terrasse.
Anforderungen:
- keine Schieferbildung (kleine Kinder)
- heimisches Holz (kein Tropenholz o.ä.)
- soll nicht thermisch behandelt sein (Energie)
- lange Haltbarkeit
- darf vergrauen
- soll nicht behandelt werden
- preiswert

13.10.2011 | Nr.: 711

Kategorie: Terrassenbeläge

Antwort

Einheimische Hölzer mit erhöhter natürlicher Dauerhaftigkeit sind zum Beispiel Lärche, Eiche und Robinie. Mit dem Kernholz dieser Holzarten kann auch ohne thermische oder oberflächliche Behandlungen eine lange Haltbarkeit erzielt werden. Für die Lebensdauer von Holzbauteilen im Außenbereich ist jedoch in erster Linie die richtige Konstruktion ausschlaggebend. Das Holz muss die Möglichkeit haben z.B. nach einem Regen rasch wieder abtrocknen zu können, auch Feuchtenester sind zu vermeiden (siehe Frage "Worauf ist bei Balkon- und Terrassenbelägen aus Holz zu achten").

Bei nicht beschichtetem Holz sind Riss- und Schieferbildung und eine damit verbundene Verletzungsgefahr nie ganz zu vermeiden. So neigt beispielsweise Lärche in Abhängigkeit von Jahrringlage, Jahrringbreite, Faserneigung und dergleichen zu Schieferbildung. Eine deutliche Reduktion der Schieferbildung wird durch die Verwendung von Rift- und Halbriftbrettern (siehe Bilder) anstelle von Seitenbrettern mit liegenden Jahrringen erreicht. Sollte dies nicht möglich sein und Seitenbretter zum Einsatz kommen, sind diese mit der kernabgewandten („linken“) Brettseite nach oben zu verlegen.

Bei Bodenbrettern wird häufig eine Riffelung zur Verringerung der Rutschgefahr bei Nässe angeboten. Allerdings wird bei Nässe in der Praxis das Rutschen in Richtung der Riefen durch den „Schieneneffekt“ eher verstärkt. Aus Sicht des konstruktiven Holzschutzes ist die Riffelung kritisch zu betrachten, da Verunreinigungen und damit verbunden Feuchtigkeit länger in den Riefen gehalten werden. Außerdem entstehen spitze Schiefer, die ein erhöhtes Verletzungsrisiko bergen.

Brett mit linker Seite oben

Riftbrett

Halbriftbrett (Quelle: alle HFA)