Nachweisefreie Konstruktion - REI 60

Robert Prochazka (Behörde): Ersuche um Informationen zu Konstruktionen, die der OIB-Richtlinie 2.2, Punkt 2.1 gerecht werden. An der Grundstücksgrenze soll ein Carport, mit einer Wand mit einem Feuerwiderstand von REI 60 errichtet werden. Die Konstruktion sollte am besten nur aus massiven Holzteilen bestehen, also ohne Füllungen mit Mineralwolle und ohne Brandschutzplatten.

19.06.2012 | Nr.: 1338

Kategorie: Brand- und Feuerwiderstand von Bauteilen

Antwort

Auszug aus der OIB Richtlinie 2.2 (Brandschutz bei Garagen, überdachten
Stellplätzen und Parkdecks), Ausgabe 2007:

"Überdachte Stellplätze mit einer Nutzfläche von nicht mehr als 35 m²
sofern die Überdachung nicht allseitig mindestens 2 m von Grundstücks- bzw. Bauplatzgrenzen entfernt ist, müssen die der Grundstücks- bzw. Bauplatzgrenze zugekehrten Wände und Stützen über die gesamte Länge und Höhe der Überdachung jeweils der Feuerwiderstandsklasse REI 60 bzw.
EI 60 entsprechen. Davon kann abgewichen werden, wenn aufgrund der baulichen Umgebung eine Brandübertragung auf Nachbargebäude nicht zu erwarten ist."

Gemäß Anhang  A der ÖNORM B 1995-1-2:2011 (Eurocode 5: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauten Teil 1-2: Allgemeine Regeln – Bemessung für den Brandfall, Nationale Festlegungen zu ÖNORM EN 1995-1-2, nationale Erläuterungen und Ergänzungen) erreichen lt. Tabelle A.10 (siehe Abbildung) verleimte Holzmassivelemente (Brettsperrholz, Brettstapelelemente) mit bzw. ohne zusätzliche Bekleidung einen Feuerwiderstand von EI 30 / EI 60 bzw. EI 90 (ohne weiteren Nachweis) für den Raumabschluss EI.

Die Elementstoßfugen (siehe Abbildung) der Holzmassivelemente sind mittels Stufenfalzverbindung, mit eingelegter Feder oder Nut-Feder-Verbindung auszuführen.

Der Nachweis der Tragfähigkeit (R) von Bauteilen in Holzmassivbauweise ist gemäß ÖNORM EN 1995-1-2 (Eurocode 5) zu führen.

Weitere brandschutztechnisch klassifizierte Bauteile finden Sie auf dataholz.com.

In der ÖNORM B 1995-1-2 sind auch nachweisfreie Holzrahmenkonstruktionen angeführt. 

Auszug: ÖNORM B 1995-1-2 Elementstoßausbildung

Auszug: ÖNORM B 1995-1-2 Tabelle A 10