Kann man bei 1° Dachneigung ein hinterlüftetes, diffusionsoffenes Kaltdach normgerecht ausführen?

Anonym: Kann man bei 1° Dachneigung ein hinterlüftetes, diffusionsoffenes Kaltdach normgerecht ausführen? Wenn ja, wie?


Antwort

Die ÖNORM B 7220 (Dächer mit Abdichtungen - Verfahrensnorm) schreibt für die Unterkonstruktion bzw. den Untergrund zur Ableitung des Niederschlagswassers eine durchgehende Neigung von mindestens 1° (1,8 %) vor. Es wird jedoch auch angemerkt, dass bei Untergründen unter 3° Neigung mit verbleibendem Niederschlagswasser und Pfützenbildung zu rechnen ist und zur Vermeidung stehender Wassermengen größere Neigungen zu wählen sind.

Bei einer Hinterlüftung muss jedenfalls ein ausreichend großer Belüftungsquerschnitt sichergestellt werden. Die ÖNORM B 4119 (Planung und Ausführung von Unterdächern und Unterspannungen) schreibt für belüftete Dachkonstruktionen in Abhängigkeit der Dachneigung, der Sparrenlänge und der Schneelast Mindestkonterlattungshöhen und Mindestgrößen für Zu- und Abluftöffnungen vor.

Kann eine Durchströmung der Belüftungsebene nicht sichergestellt werden, z.B. durch kein direktes Gegenüberliegen der Be- und Entlüftungsöffnungen oder wenn die Windanströmung durch eine dichte Bebauung verhindert wird, sollte auf eine nicht belüftete Dachkonstruktion zurückgegriffen werden (Siehe Haltbarkeit von Holz in Flachdachaufbauten).

Außerdem ist bei der Dachdeckung auf damit verbundene Mindestdachneigungen zu achten.

Geprüfte hinterlüftete Flachdachaufbauten finden Sie auf dataholz.com.