Holzrahmen-Bauweise mit Erdreichkontakt

Anonym: Wenn eine Wand in Holzrahmen-Bauweise mit einer Abdichtung (ca. 35 cm hoch) versehen wird, weil sie ca. 20 cm im Erdreich steht, ist dort mit bauphysikalischen Bedenken zu rechnen? Innenseitig dient als luftdichte Schicht eine Multifunktionsplatte (=OSB-Platte).

04.01.2012 | Nr.: 1116

Kategorie: Außenwand, Feuchteschutz, Rahmenbauweise, Kellerdecke

Antwort

Ja, hier ist mit feuchtebedingten Problemen zu rechnen und diese Ausführung entspricht keinesfalls der Norm.

In den Anforderungen gemäß ÖNORM B 2320 (Wohnhäuser aus Holz; Technische Anforderungen) ist unter dem Punkt „Feuchtigkeit aus dem Baugrund“ Folgendes festgelegt:

„Holz und Holzwerkstoffe dürfen niemals mit dem Erdreich in Berührung kommen. Wohnhäuser aus Holz sind daher auf geeignete (z.B. gemauerte oder betonierte) Unterbauten zu stellen, so dass unter Berücksichtigung von Geländeform bzw. Lage des Bauplatzes eine Sockelhöhe von 30 cm sicher gestellt ist. Dieses Maß darf dann unterschritten werden, wenn besondere technische Vorkehrungen (z.B. wirksame Drainagen, Verblechungen, Dachvorsprünge) zum Schutz des Holzes, speziell jedoch für die Schwellenkonstruktion, getroffen werden. Ein Mindestmaß von 10 cm zum Erdreich und 5 cm zu Wasser führenden Ebenen (z.B. betonierte Terrassen) ist jedenfalls einzuhalten. Die Fußschwelle darf nicht unter Außenniveau (Erdreich) eingebaut werden. 

Gegebenenfalls könnte hier ein Schacht angeordnet werden (siehe Detail 4 oder 12 der Leitdetails-Sockelanschluss).

Diese Leitdetails finden Sie in unserem Bauteilkatalog Opens external link in new windowwww.dataholz.com unter Bauteilanschlüsse/Sockel.