Geölter Zweischicht-Parkett auf Fußbodenheizung

Rubrik: Fußböden

17.06.2008 | Nr.: 492

Wir haben unser Haus saniert und wollen auf einen Heizestrich einen geölten Eichen-Klebe-Parkett (Nutzschicht mind. 3,5 mm, Zweischicht-Parkett) verlegen lassen. Dazu habe ich folgende Fragen:

Geölter Fußboden
.) Ist UV-geölt ein Vorteil gegenüber den normal geölten Fußböden?
.) Ist es besser, bereits geölten Parkett zu verlegen, und dann nur noch aufzupolieren, oder rohe Bretter, die dann zum Schluss geölt werden?
.) Wieviele mm geht eigentlich die Ölschicht in den Parkett hinein?
.) Was genau ist der Vorteil eines geölten Parketts?

Trägerschicht
.) Ist eine Trägerschicht mit stehenden Jahresringen und insgesamt nur 1 Schicht unter der Nutzschucht besser als ein Parkett, der oben dieselbe Nutzschicht hat, aber als Trägerschicht eine Vielzahl an sehr dünnen verleimten Schichten und insgesamt weniger elastisch wirkt?

Sortierung
.) Sind stehende Äste im Parkett auch ein technisches Problem, wenn man eine Fußbodenheizung hat?
.) Wie erkennt man überwiegend stehende Jahresringe?

Holzfeuchte
.) Wie prüft man, ob der Parkett noch Holzfeuchte besitzt, die sich dann negativ auswirkt?

Qualitätsmerkmale für Kleber
.) Welche Empfehlungen/ Qualitätsmerkmale gibt es für den Kleber von Ihrer Seite (auf Wasserbasis oder auf Kunstharzbasis), was sollte man beachten?

Anonym:

Antwort

Mit der Parkettart "Zweischicht-Parkett" wurde für einen Holzboden auf Fußbodenheizung die richtige Wahl getroffen.

Bei UV-geölten Holzböden wird in der Fertigung eine Kunstharzbeschichtung mit Öl-Optik aufgebracht, die anschließend mittels UV-Licht gehärtet wird. Dadurch ist der Boden etwas widerstandfähiger als ein normal geölter Boden.

Grundsätzlich ist bei selbst verlegten Böden ein fertig geölter Boden zu empfehlen, weil dadurch die richtige Auftragsmenge des Öls gewährleistet wird. Das Aufbringen der Oberflächenbehandlung im Herstellwerk kann gleichmäßiger erfolgen als vor Ort und es gibt keine Gruchsbelästigung wie beim Ölen auf der Baustelle. Außerdem ist der Boden bereits ausgehärtet und schneller begehbar. 

Geölte Parkettböden sind für höhere Beanspruchungen besser geeignet als lackierte, da Renovierungsarbeiten auch partiell durchgeführt werden können. Bei möglicher Fugenbildung entstehen keine Verfärbungen und sie sind unempfindlicher gegen mechachanische Beanspruchung. Normal geölte Böden haben keine filmbildende Oberfläche, wodurch die Atmungsaktivität des Holzes erhalten bleibt. Geölte Böden benötigen aber auch einen bestimmten Anteil an Pflege, der von der Intensität der Beanspruchungen im Zuge der Nutzung abhängt. Im Wohnbereich ist dafür nur ein geringer Aufwand anzunehmen. Hier sind unbedingt die Pflegeanweisungen des Herstellers zu beachten.

Außerdem besitzen Öle gute ökologische Eigenschaften und es kommt wenig Chemie zum Einsatz. Dies gilt auch bei den Klebern auf Wasserbasis, diese sind heute Stand der Technik. Kleber auf Kunstharzbasis werden eher für Spezialfälle eingesetzt. Bei der Wahl des Klebers sind die Anweisungen des Herstellers zu beachten, dass der Klebstoff für diesen Verwendungszweck geeignet ist.

Unterschiedliche Trägerschichten haben bei der vorgesehenen Anwendung kaum relevanten Einfluss.

Je besser die Sortierqualität ist, um so geringere Dimensionsänderungen sind zu erwarten. Bei den Ästen kommt es nämlich zu Faserabweichungen im Holz, die bei Feuchteänderungen für eine stärkere Bewegung des Holzes sorgen. Rustikale Böden verändern ihre Dimensionen unter Einfluß von Feuchtigkeit stärker als exquisite Sortierungen mit wenigen bzw. keinen Ästen. Ein Beispiel für stehende Jahresringe finden Sie am beigefügten Bild.
Die Holzfeuchte kann mit einem Holzfeuchtemessgerät bestimmt werden. Diese Messung ist vom Tischler vor der Verlegung durchzuführen (Prüfpflicht des Verlegers).

Nachfolgend finden Sie auch das Merkblatt zur Verlegung von Holzfußböden über Fußbodenheizungen der Holzforschung Austria als pdf-Datei.

Riftbrett (stehende Jahresringe) (Quelle: HFA)