Haltbarkeit von Holz in Flachdachaufbauten
Anonym: Gibt es langfristige Erfahrungen zur Haltbarkeit von Holz in Flachdachaufbauten, bei denen Sparren zwischen eine Dampfsperre (sd>300m) und einer polyolefinen Dachabdichtungsbahn (sd<200m) ohne Hinterlüftung zw. EPS-Dämmung eingebaut wurden?
Antwort
Bei der Verwendung von trockenem Konstruktionsholz (u=15±3%) und trockenen Beplankungswerkstoffen (siehe ÖNORM B 3804 (Holzschutz im Hochbau – Gebäude, errichtet aus vorgefertigten Holzbauteilen – Voraussetzung für die Reduktion von chemischen Holzschutzmaßnahmen), sowie unter Ausschluss außen- und innenseitiger Leckagen wird die Haltbarkeit der Holzkonstruktion in Flachdächern grundsätzlich von der Lebenserwartung der Dachabdichtungsbahn bzw. der innenseitigen Dampfbremse bestimmt. Diese liegt in der Regel bei mehreren Jahrzehnten, jene des Holzes selbst liegt noch um ein Vielfaches darüber.
Da eine vollkommen leckagefreie Konstruktion nur theoretisch herzustellen und während der gesamten Nutzungsdauer zu gewährleisten ist, sollten die Bauteile "feuchtetolerant" gestaltet werden. Das heißt, dass ein Abtrocknen von eventuell vorhandener Feuchte aus dem Gefach möglich sein sollte.
Werden beidseitig Materialien mit hohen Dampfdiffusionswiderständen eingesetzt, ist dieses Austrocknungspotential nicht mehr gegeben. Das Auftreten einer Leckage während der Nutzung ist nie auszuschließen und meist schwer erkennbar. Die dadurch in die Konstruktion gelangende Feuchtigkeit schafft ein optimales Mikroklima für holzzerstörende Pilze. Auf solche, aus dampfdiffusionstechnischer Sicht nahezu dichten Aufbauten sollte deshalb wenn möglich verzichtet werden.
Sofern außenseitig kein diffusionsoffener Aufbau herzustellen ist, können innenseitig auch feuchteadaptive Dampfbremsen eingesetzt werden.
