DUO-Umkehrdächer bei Holzflachdachkostruktionen

Anonym: Ein quer durchlüftes Holzflachdach (ohne Dampfsperre) mit Bitumendachabdichtung u. Bekiesung (bereits 30 Jahre alt) sollte auch zur Verbesserung der Wärmedämmung als DUO-Umkehrdach ausgeführt werden wobei die Querdurchlüftung entfällt.
Frage dazu: Gibt es für DUO-Umkehrdächer bei Holzflachdachkostruktionen Erfahrungsberichte (Untersuchungen) und welche technischen und bauphysikalischen Regeln bzw. Richtlinien sind für das Gelingen der Sanierung maßgebend?

04.04.2008 | Nr.: 424

Kategorie: Flachdach, Feuchteschutz

Antwort

Eine recht umfassende Abhandlung zum Thema Umkehrdächer wurde 2001 von Cziesielski, Fechner und Merkel verfasst [1]. Obwohl diese Arbeit sich nicht speziell auf Holzkonstruktionen bezieht, können ihr hilfreiche Informationen und auch weiterführende Literaturquellen entnommen werden.
Weiters sind die ÖNORM B 7220 (Dächer mit Abdichtungen - Verfahrensnorm), hier werden ebenfalls DUO-Dächer behandelt (Anhang D. 15), und die ÖNORM B 6253 (Umkehrdächer - Planungsnorm) zu beachten.

Um bei dem gegenständlichen Bauvorhaben Luftumwälzungen im bestehenden Gefach zu verhindern, sollte das Gefach zu 100 % mit Dämmstoff ausgefüllt werden. Hierdurch können konvektive Feuchtewanderungen und dadurch gegebenenfalls entstehende Feuchteansammlungen stark vermindert werden. 
Der innenseitige Diffusionswiderstand sollte nur so hoch wie nach Tauwasserberechnung (!!) maximal notwendig gewählt werden, um ein Rücktrocknungspotential sicherzustellen. Neben der Wasserdampfdiffusionsberechnung gemäß ÖNORM B 8110-2 (Wärmeschutz im Hochbau - Teil 2: Wasserdampfdiffusion und Kondensationsschutz) wird eine instationäre hygrothermische Simulationsrechnung empfohlen. 

Literatur:
[1] Cziesielski, E.; Fechner, O.; Merkel, H. (2001): Grundsätze zur Planung von Umkehrdächern, Bauphysik-Kalender 2001, S. 483-514.