Eignen sich Glattkantbretter mit fremder Feder oder aufgetrennte 3-Schichtplatten mit fremder Feder für die Verkleidung einer Halle?

18.08.2008 | Nr.: 536

Der obere Teil einer Stockschützenhalle mit einer Fläche von ca. 2,2 x40m soll senkrecht mit Fichtenholz verkleidet werden. Der Kundenwunsch ist entweder Glattkantbretter ca. 20cm breit mit fremder Nut oder aufgetrennte 3-Schichtplatten mit fremder Nut. Was können Sie empfehlen bzw. welche Alternativen gibt es noch?

Hubert Stöglehner (Sonstiger: Säge- und Hobelwerk):

Antwort

Grundsätzlich ist die Ausführung einer Fassadenbekleidung mit einer senkrechten Nut/Feder Schalung eine ausgezeichnete Lösung für bewitterte Fassaden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die Brettbreiten möglichst schmal (max. 150 mm, empfohlen werden 120 mm) sind. Durch zu breite Bretter kommt es unvermeidbar zu Schüsselungen, Verwerfungen und Verdrehungen. Als Alternative zu Glattkantbrettern können auch Fasebretter oder andere Profilformen eingesetzt werden.

Als senkrechte Fassadenbekleidung würde sich auch eine Deckelschalung (Deckbrettschalung) anbieten. Eine weitere Möglichkeit für eine senkrechte Verkleidung wäre eine Leistenfassade mit offenen Fugen. Hier sind die einzelnen Elemente aber sehr schmal (meist 4-8 cm). Außerdem ist auf den Einsatz einer UV-stabilen diffusionsoffenen Folie zum Schutz der dahinterliegenden Bauteile vor Feuchtigkeit zu achten.

Für eine Verkleidung im bewitterten Bereich, das heißt als Holzfassade ist vom Einsatz aufgetrennter 3-Schichtplatten besonders abzuraten, da die einzelnen Schnittflächen (Hirnholz) dann nicht ausreichend geschützt sind (konstruktiv oder durch Hirnholzversiegelung) und es an diesen Stellen durch Feuchtigkeit zu einer Delaminierung der einzelnen Schichten kommen kann.

Im nicht bewitterten Bereich ist diese Varianten grundsätzlich geeignet aber auch sehr aufwändig.