Brettschichtholz/Holz im Außenbereich
Vladimir Vukovic (Architekt, Planer): Ich habe Holzstützen und -träger (Holzleimbinder) im Außenbereich. Diese tragenden Teile sind zwar unter einem Vordach, aber seitlich der Witterung ausgesetzt. Ist das zulässig? Welche Holzart soll man nehmen: Lärche oder Buche? Aus optischen Gründen will ich kein wärmebehandeltes Holz. Ist ein chemischer Holzschutz notwendig, wenn ja, welcher Art?
Antwort
Tragende Holzbauteile, welche im Außenbereich, nicht unter Dach, ständig oder wiederholt der Witterung, aber nicht im Erdkontakt eingesetzt sind, sind gemäß ÖNORM B 3802-2:1998 (Holzschutz im Hochbau, Chemischer Schutz des Holzes) in die Gebrauchsklasse 3 einzustufen. Des Weiteren ist gemäß ÖNORM EN 1995-1-1:2009 (Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten - Teil 1-1: Allgemeines - Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau) für tragende Holzbauteile, die der Witterung ausgesetzt sind, die Nutzungsklasse 3 anzusetzten.
Gemäß der ÖNORM B 3802-2 ist für tragende Bauteile aus Holz im bewitterten Außenbereich ein vorbeugender chemischer Schutz gegen Insekten sowie holzzerstörende und holzverfärbende Pilze gefordert (siehe Holzschutzmittelverzeichnis 2013 „Produkte für die Gebrauchsklasse 3“).
Alternativ dazu können auch splintfreie Farbkernhölzer mit der natürlichen Dauerhaftigkeit 1 oder 2 (gemäß EN 350-2:1994 Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz, Teil 2: Leidfaden für die natürliche Dauerhaftigkeit und Tränkbarkeit von ausgewählten Holzarten von besonderer Bedeutung in Europa) ohne zusätzliche Holzschutzmaßnahmen eingesetzt werden.
Lärchenholz (splintfrei) hat gemäß ÖNORM EN 350-2 die Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 (mäßig dauerhaft). Demnach entspricht der Einsatz von unbehandelter Lärche für frei bewitterte Holzstützen (die Tragkonstruktion betreffend) nicht den normativen Anforderungen.
Eine aktuelle Forschungsarbeit (Rapp et al., 2010) aus Deutschland ist gerade hinsichtlich der Ermittlung der Dauerhaftigkeit in einer dem Holzeinsatz üblichen Einbausituation im Laufen. Die bisherigen Ergebnisse nach 8 Jahren Laufzeit dieses Feldversuches ergaben für die Lärche die Dauerhaftigkeitsklasse 2 (statt 3 – 4 lt. Norm) – deshalb könnte die Lärche in der Einbausituation der Gebrauchsklasse 3 (direkt bewittert, aber ohne Erdkontakt) eingesetzt werden.
Buchenholz hat gemäß ÖNORM EN 350-2 die Dauerhaftigkeitsklasse 5 (d.h. nicht dauerhaft). Demnach entspricht der Einsatz von unbehandelter Buche für tragende Bauteile im Außenbereich nicht den normativen Anforderungen.
Brettschichtholz ist sowohl in der Nutzungsklasse 2 als auch in der Nutzungsklasse 3 verwendbar. Zur Reduzierung feuchteabhängiger Querzugspannungen müssen die Bretter im Querschnitt so angeordnet werden, dass die "rechten" (also die der Markröhre zugewandten) Seiten der Bretter in dieselbe Richtung weisen. Zur Reduzierung der Rissbildung müssen in Bauteilen, die in der Nutzungsklasse (NKL) 3 verwendet werden sollen, beide äußeren Bretter mit der rechten Seite nach außen weisen (siehe Grafik). Des Weiteren ist die maximale Lamellendicke bzw der maximale Lamellenquerschnitt in Abhängigkeit der Nutzungsklasse definiert (für die NKL 3: für Nadelholz 10.000mm2, für Laubholz: 6.000mm2).
Die deutsche Norm DIN 68800-2:2012 (Holzschutz - Teil 2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau gilt in Verbindung mit DIN 68800-1:2011) weist auf folgende Maßnahmen für „bewitterte Bauteile ohne Erdkontakt“ hin:
- Bei den Bauteilen muss sichergestellt sein, dass die Holzfeuchte 20% nicht übersteigt, wobei eine kurzfristige Erhöhung im Bereich der Oberfläche als unkritisch anzusehen ist.
- Begrenzung der Rissbildung durch Beschränkung der Querschnittsmaße (bei bewitterten Dach- und Balkonstützen aus Brettschichtholz mit Querschnittsmaßen ≤ 20 cm* 20 cm, bei Vollhölzern ≤ 16 cm * 16 cm)
- Verwendung von Brettschichtholz und technisch getrocknetem Vollholz
- Gehobelte Oberflächen
- Stauwasser in den Anschlüssen muss verhindert werden
- Hirnholz muss abgedeckt werden
- Niederschlagswasser muss direkt abgeführt werden
- Nicht vertikal stehende Bauteile sind oberseitig abzudecken
Weites werden im Punkt „Bauliche Maßnahmen zur Vermeidung eines Bauschadens durch Insekten“ folgende Maßnahmen angeführt:
- Einsatz von Brettschichtholz, technisch getrocknetem Bauholz mit einer Holzfeuchte von ≤ 20 % im Gebrauchszustand
- Eine allseitige insektenundurchlässige Abdeckung des zu schützendes Holzes
- Offene Anordnung des Holzes, so dass es kontrollierbar ist
- Verwendung von Farbkernhölzern, die einen Splintholzanteil ≤ 10% aufweisen

